Privatanleger und Profis unterliegen am Finanzmarkt ständig Illusionen. Ob bewusst zur Verkaufsförderung eingesetzt oder einfach durch unsere eigene Psyche bedingt – wer die Fallen kennt, handelt besser. Robert Velten benennt in seinem Buch „Kapitalstärke“ sieben dieser Kapitalfehler. Er zeigt auf, welche Ansätze etwas taugen und so zu Kapitalstärke führen.
Fehler gehören zum Investieren dazu. Wichtig ist dabei vor allem, dass wir am Ende aus diesen Fehler lernen. Noch besser ist es, wenn wir aus Fehlern anderer lernen und die Fehler gar nicht erst selbst begehen. Robert Velten, der vom Handelsblatt bereits drei Mal hintereinander zum Top-Fondsmanager gekürt wurde, geht in seinem Buch „Kapitalstärke“ auf die sieben größten Kapitalfehler ein.
Kapitalfehler Selbstüberschätzung
Der entscheidende Kapitalfehler der meisten Anleger ist die Selbstüberschätzung. Die meisten Anleger meinen, sie können es besser als Profis und besser als die anderen Anleger. Diese Selbstüberschätzung führt oftmals zu viel zu häufigem Handeln. Viel Handeln führt statistisch gesehen im Durchschnitt bei Privatanlegern aber zu einer schlechteren Rendite. In diese Richtung geht auch Kapitalfehler Nummer drei, der sich mit der Kontroll-Illusion beschäftigt. Besonders spannend ist hier die Diskussion darum, was Risiko eigentlich ist und wie man es messen kann. Gerade weniger erfahrene Anleger neigen dazu, Risiken zu überschätzen und sich dabei zu überschätzen, diese Risiken im Griff zu haben.
Kapitalfehler Nachhaltigkeit und Markteffizienz
In einem eigenen Kapitel geht Robert Velten auch auf das Thema Nachhaltigkeit ein. Lange Zeit wurde dieses Thema vor allem im Finanzvertrieb und politisch angetrieben sehr hoch gespielt. Robert Velten bringt Anleger auch hier durch gute Beispiele zum Nachdenken und Überdenken von gängigen Meinungen. Auch zum Thema Indexfonds – oftmals vereinfacht in der Breite als ETFs bezeichnet – liefert der Autor interessante Gedanken. Markteffizienz ist in seinen Augen eine Illusion. Das Modell der effizienten Märkte ist eine geniale Idee. Aber es ist und bleibt ein Modell. Der amerikanische Aktienmarkt ist nahe am Ideal, viel wird arbitriert. Allerdings sind andere Märkte, die abseits des Mainstreams sind, weniger effizient. Und mit den von ihm beratenen Fonds zeigt Robert Velten seit Jahren auch, dass sich diese Ineffizienz ausnutzen lässt.
Kapitalstärke: System schlägt Performance
Robert Velten hinterfragt und beleuchtet in seinem Buch „Kapitalstärke“ viele gängige Meinungen und Aussagen rund um das Thema Investieren. Er regt dabei immer wieder zum Nachdenken an. Was gerade viele Anleger, die in den vergangenen Jahren eingestiegen sind und gut an der Börse verdient haben, überraschen dürfte, ist der Kerngedanke, dass funktionierende Systeme wichtiger als die kurzfristige Performance sind. Die Klugheit eines Investments sieht man nicht am Ergebnis, sondern am Weg. Man kann sie nicht am Ergebnis messen. Ein Portfolio kann phasenweise schlecht laufen, was aber nicht heißen muss, dass es eine schlechte Investition ist. Umgekehrt kann eine schlechte Investition auch Gewinne bringen.
„Kapitalstärke“ ist ein erfrischend geschriebenes Buch, das Anleger, die bereits Erfahrungen mit eigenem Geld an den Finanzmärkten gesammelt haben, wachrütteln und zum selbstständigen Denken animieren soll. In der Vergangenheit hatte ich bereits zwei Videos mit Robert Velten veröffentlicht. Diese findet Ihr auf meinem YouTube-Kanal:
| Titel | Kapitalstärke: Die Illusionen der Finanzbranche durchschauen und entspannter investieren * |
| Autor | Dr. Robert Velten |
| Verlag | Wiley-VCH |
| ISBN | 978-3527512003 |
| Zielgruppe | Aktien-, ETF- und Fondsanleger, die bereits einige Jahre Erfahrung haben, Vermögensverwalter. |
| Erscheinungsjahr | 07.08.2024 |
| Seitenzahl | 323 Seiten |
| Preis | Hardcover 29,99 € * Kindle 26,99 € * |

