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    IPO: Börsengang der MeinAuto Group – lohnt es sich, die Aktie der MeinAuto Group zu zeichnen?

    Das nach eigenen Angaben führende deutsche Unternehmen für den digitalen Vertrieb von Neuwagen, die MeinAuto Group, geht an die Börse. Die Aktien der MeinAuto Group können noch bis voraussichtlich 11. Mai 2021 gezeichnet werden. Ich erläutere das Geschäftsmodell, gehe auf die Bewertung der Aktie ein und gebe Hinweise darauf, wo man die Aktie zeichnen kann.

    Nach dem erfolgreichen Börsengang der Auto1 Group (wirkaufendeinauto.de) geht nun ein weiterer deutscher Autohändler an die Börse, die MeinAuto Group. Die Gesellschaft ist mit drei Auftritten im deutschen Automobilmarkt vertreten. Unter der Marke MeinAuto.de bietet sie das gesamte Spektrum an Raten- und Direktkauflösungen an, einschließlich des gesamten Spektrums an Mobilitätsdiensten für alle relevanten Marken und Modelle auf dem Neuwagenmarkt. Zur Gesellschaft gehört auch die Marke Athletic Sport Sponsoring (ass-team.net). Hier bietet die MeinAuto Group den bis zu acht Millionen Mitgliedern von deutschen Sportvereinen 12-Monats-Pauschalen auf eine Vielzahl von vorkonfigurierten Fahrzeugen. Die dritte Säule ist die Partnerschaft mit dem ADAC. Die Gesellschaft ist ausschließlich auf dem deutschen Markt, dem größten Neuwagenmarkt Europas, aktiv.

    Die MeinAuto Group wurde erst 2018 von der britischen Private Equity-Gesellschaft Hg als Mobility Holding aus MeinAuto.de und Mobility Concept geformt. Letzteres war die frühere Flottenleasing-Tochter der HypoVereinsbank. Anfang 2021 wurde der Name des Unternehmens in MeinAuto Group geändert. Damit möchte man von der Stärke der beim Endkunden eher bekannten Marke MeinAuto.de profitieren. Der Umsatz der MeinAuto Group wuchs in den vergangenen Jahren kräftig. Nachdem im Jahr 2018 noch 119,9 Millionen Euro erzielt wurden, kletterte der Umsatz 2019 um mehr als 100 Prozent auf 275,7 Millionen und auch im Pandemie-Jahr 2020 steigerte die Gesellschaft die Erlöse weiter auf 323,6 Millionen Euro. Früheren Medienberichten zufolge habe sich das Geschäft in den ersten beiden Monaten 2021 noch mal verdoppelt. Dabei verdient die Gesellschaft inzwischen auch Geld. Nachdem 2018 noch ein negatives EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 14,2 Millionen Euro angefallen war, wurde 2019 ein Ertrag von 1,7 Millionen Euro und 2020 ein EBIT von 12,5 Millionen Euro erzielt.

    Im Rahmen des Börsengangs werden 9,375 Millionen neue Aktien der MeinAuto Group (ISIN DE000MAG0008) ausgegeben, so dass insgesamt 74,375 Millionen Aktien ausstehen. Auf Basis der Bookbuilding-Spanne von 16 bis 20 Euro ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Damit ist die Gesellschaft mit dem 3,7 bis 4,6-fachen des 2020er-Umsatzes bewertet. Interessant ein Vergleich mit der deutlich größeren Auto1 Group: Diese hat 2020 rund 2,8 Milliarden Umsatz erzielt und ist an der Börse aktuell 9,9 Milliarden Euro wert, was dem 3,5-fachen des 2020er-Umsatzes entspricht. Allerdings wächst Auto1 wohl langsamer: Für 2021 wird ein Umsatzanstieg von 45 Prozent, für die darauffolgenden Jahre von 39 beziehungsweise 27 Prozent erwartet. Von daher ist die Bewertung der MeinAuto Group durchaus im Rahmen.

    Wie bei zahlreichen Börsengängen der vergangenen Monate setzt sich das Angebot sowohl aus neu im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen Aktien als auch aus Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre zusammen. Bei der MeinAuto Group werden 9,375 Millionen neue Aktien ausgegeben, so dass der Gesellschaft zwischen 150 und 187,5 Millionen Euro vor Emissionskosten zufließen. Die Altaktionäre geben elf Millionen Aktien ab. Dieses Angebot kann um des Base Deal (2,04 Millionen Aktien) sowie um bis zu 3,36 Millionen Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) erweitert werden.

    Nachdem alle Börsengänge 2021 bisher am Emissionspreis oder darüber kamen, gehe ich auch bei der MeinAuto Group (checkt auch den Emissionsprospekt) davon aus, dass Anleger Chancen auf einen Zeichnungsgewinn haben und die Risiken für den Anleger, der gleich in den ersten Tagen wieder rausgeht, überschaubar sind. Die Emissionsbanken verdienen ordentlich an solchen Börsengängen, und von daher werden sie alles tun, um die Aktien zumindest eine Weile über dem Emissionspreis zu halten. Genau aus diesem Grund liebe ich Neuemissionen, während ich sonst eigentlich immer extrem langfristig agiere. Das „Spiel“ wird nicht immer so weiter gehen, aber solange attraktive Neuemissionen für die Banken winken, werden sie viel tun, um die Wahrscheinlichkeit für ein Emissionsmandat zu erhöhen. Und stabile und steigende Kurse nach dem IPO zählen hier sicher dazu. Vorbörslich wird Tradegate wieder Kurse stellen. Hier kann man absehen, ob ein Zeichnungsgewinn winkt. Lang & Schwarz stellt bei manchen Emissionen Kurse im sogenannten Handel per Erscheinen (rechts unten auf der Seite von L&S). Aktuell ist noch kein Kurs für die MeinAuto Group dort zu sehen.

    Bei welchen Banken und Brokern kann man die Aktie der MeinAuto Group zeichnen? Das wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Ich werde es hier oder in den Kommentaren ergänzen. Die Emissionsbanken des Börsengangs sind BofA Securities, Barclays Bank Ireland PLC, Citigroup, Jefferies und UniCredit Bank AG sind als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Damit dürften Anleger bei der HypoVereinsbank *, die zur UniCredit Bank gehört, gute Chancen auf eine Zeichnung und Zuteilungsmöglichkeit haben.

    Auch, wenn es bei der MeinAuto Group schwer werden könnte, Stücke zu bekommen: In den kommenden Wochen stehen einige große Börsengänge (IPOs) an, bei denen man auch als Privatanleger wieder Chancen hat, eine Zuteilung zu bekommen, da das Emissionsvolumen schlicht groß genug ist. In der nachfolgenden Übersicht zeige ich einige Gesellschaften. Sobald das IPO startet, verlinke ich dort auch meinen Artikel zum Börsengang. Setzt also ein Bookmark oder tragt Euch unten am Ende der Seite für den Newsletter ein, dann werdet Ihr laufend über anstehende Börsengänge informiert.

    SUSE: Weltweit führender Anbieter von geschäftskritischer Open-Source-Software
    Autodoc: Online-Händler für Autoteile. Autodoc wird ein Mega-Börsengang. Es wird eine Bewertung von rund 10 Milliarden Euro angestrebt
    hGears AG: Hersteller von Hochpräzisionsgetrieben. Leider scheint eine Zeichnung für Privatanleger nicht möglich.

    Was Ihr jetzt schon tun könnt, ist, die Chancen auf eine Zuteilung bei einem Börsengang erhöhen! Das gelingt, indem Ihr bei möglichst vielen Brokern ein Depot habt und dann flexibel Neuemissionen zeichnen könnt, je nach dem, wo sie gerade angeboten werden. Die besten Zuteilungen habe ich in diesem Jahr beim Smartbroker*, bei Consors*, bei der comdirect* und bei Flatex* erhalten. Falls Ihr nur * seht: Adblocker bitte ausschalten!

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